Von Elk (Lyck) 
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Die Störche finden Futter nach dem Mähen.

Holzkirche in Wieliczki.

Wir finden immer wieder Gräber aus dem ersten Weltkrieg.

Mitten im Wald finden wir den ehemaligen Zugang zu einem Soldatenfriedhof.

Holzhaus in Raczki.

Der Ort Raczki besteht fast nur aus alten Holzhäusern.

19.07.
Die kleinen Orte an der Strecke waren heute die Highlights. Am Morgen ist die Bar am Hotel von Kindern verschiedener Feriengruppen belagert, so frühstücken wir später in einem Gasthaus an der Strecke. Die Versorgungslage ist hier schlechter als im mittleren Teil des Landes, den ich letztes Jahr bereist hatte. Zwar gibt es auch hier in jedem Ort kleine Büdchen, doch hatten wir seit Mikolajki kein warmes Essen mehr. An den Campingplätzen ist man zu dieser Jahreszeit nur auf die vielen Kinder- und Jugendgruppen eingestellt, denen Gemeinschaftsverpflegung serviert wird. In Pisz habe ich es zum Frühstück mit sturer Hartnäckigkeit geschafft, dass man uns 2 gefüllte Krapfen von dieser Gemeinschaftskost verkaufte. Wenigstens Kaffee wurde ohne Debatten verkauft. Heute hätten wir früh um 9:30 ein leckeres Fischgericht haben können, was dann nicht ganz zu unseren Gewohnheiten gehört.

Wir  geniessen die Fahrt über kleine Dörfer und staunen nicht schlecht, als über einem frisch umgepflügten Feld mindestens 20  Störche kreisen! In Wieliczki besuchen wir die zweite alte Holzkirche, leider mal wieder nur von Aussen. Ich wundere mich, dass hier alle Kirchen abgeschlossen sind, eigentlich sollte Gottes Haus doch den Menschen immer offen stehen? Als wir in den Ort Raczki kommen, staunen wir noch einmal. Zwar torkeln auch hier Betrunkene herum, aber der Ort besteht überwiegend aus hübschen alten Holzhäuschen und hat einen schön gestalteten und super gepflegten Park in der Ortsmitte. Hier essen wir noch ein leckeres Eis, bevor wir uns auf die letzten 20 Kilometer nach Suwalki begeben. In Suwalki wollen wir zunächst eine Karte vom Wigry Nationalpark erstehen. Leider hat das Büro des PTTK schon geschlossen, wie uns die freundliche Hausmeisterin zu erklären versucht. Da ich kein Polnisch kann und ihr immer wieder zu verstehen gebe eine Karte kaufen zu wollen, gibt sie auf und schlisst das Büro auf. Ich kann mir in Ruhe eine Karte aussuchen, zahle und sie vermerkt die Entnahme sorgfältig auf einem Zettel, den sie den Mitarbeitern des Büros hinterlässt. Diese Hilfsbereitschaft beschämt mich immer wieder, denn bei uns werden Menschen, die sich nicht in unserer Sprache verständigen können, oft einfach stehen gelassen.

Nach 2 Tagen, an denen wir nur Süssigkeiten und Snacks hatten, verlassen wir uns heute nicht darauf, am Campingplatz etwas zu Essen zu bekommen und kaufen Tomaten, Gurken, Orangen sowie Brot und Käse ein, bevor wir in den Nationalpark aufbrechen. Meine Begleiterin hat etwas höhere Ansprüche an die Sanitäreinrichtungen als ich, so wird es dann nichts mit einem Zeltplatz direkt am Seeufer. Nun haben wir ein Zimmer mit Blick in einen Garten. Die Vermieterin ist auch hier über alle Maßen freundlich und bemüht uns alles Recht zu machen. Wir bekommen einen Tisch und Stühle direkt vor unser Fenster gestellt, meine Tomaten dürfen in eine hübsche Schüssel und das Abendessen wird mit selbst gebackenem Brot verbessert. So bin ich dann für das entgangene Seeufer entschädigt und freue mich auf 2 Nächte in einem richtigen Bett.
(Zimmer, Dusche und WC auf dem Flur 60 Zloty/Nacht. 78 Km)


 

20.07.
Ruhetag! Nach knapp 400 Km ohne Fahrpause, wollen wir heute die Räder in der hauseigenen Garage lassen. Wir beginnen den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück am extra vor unserem Fenster aufgestellten Tisch. Es ist Sonntag, unsere Vermieter erscheinen gut angezogen zum Kirchgang. Als wir aufgefordert werden mit zur Kirche zu fahren, sage ich spontan JA. Erst im Auto kommen mir Zweifel. Ich bin nicht einmal getauft und habe keine Ahnung wie man sich im Gottesdienst verhält, in einem Polnischen schon gar nicht.

Alles unbegründete Zweifel, unsere Gastgeber nehmen uns mit auf die Klosterhalbinsel Wigry, wo wir uns während des Gottesdienstes die Klosteranlage anschauen können.

Das Kloster Wigry.

Heute wird das ehemalige Kamaldulenserkloster als Hotelanlage genutzt. Das ist keinesfalls aufdringlich, bis auf ein kleines Schild "Rezeptia" am Eingang deutet nichts in den barocken Klosterbauten auf die moderne Nutzung hin. Die Anlage ist heiter und lieblich gestaltet, mit kleinen Häuschen und hübschen Gärtchen, ein Ort zum Wohlfühlen. Die Kirche kann ich erst viele Stunden später beim Bootsausflug besichtigen, denn der Gottesdienst ist so gut besucht, dass viele Gläubige die Predigt auf dem Kirchplatz über Lautsprecher anhören müssen. Nachdem wir genügend Lebensmittel für den Abend und das nächste Frühstück organisiert haben, brechen wir zum Kanuverleih auf. Wir wollen einen Teil des Nationalparks vom Wasser aus besuchen und mieten einen Kanadier. Au weia! Beim Einsteigen bricht meine Begleiterin mit dem Sitz zusammen und ich kentere bei gleicher Gelegenheit fast das Boot. Das ist ja eine wackelige Angelegenheit! Da wir es nicht auf die Reihe bringen, den Steg mit Paddeln zu verlassen, benutzen wir die Ruder erst mal zum Staken. Nachdem wir dann das Boot einige Male im Kreis gerudert haben, fällt uns auf, dass wir uns zuerst auf die angepeilte Richtung einigen sollten. Gut, die Richtung ist klar, aber nach wenigen Metern fahren wir wieder im Kreis, jede meint, die andere paddele zu stark. Nachdem wir nach 45 Minuten immer noch vor dem Anlegesteg kreisen, wollen wir lieber ein Kajak haben. Zum Glück ist das Wasser nicht tief, so können wir uns stakenderweise zum Verleih zurückbewegen, wo man uns grinsend in Empfang nimmt.

Zum Glück klappt es mit dem Kajak dann ganz gut, sonst wären wir wohl zum Witz des Tages geworden. Mit dem viel stabileren und vor allem leichter zu steuernden Kajak können wir dann den radelfreien Tag so richtig geniessen. Der Jezioro Wigry ist von einem breiten Schilfgürtel gesäumt, in dem sich Wasservögel mit ihren Jungen aufhalten. Wir lassen das Boot oft einfach vor sich hin dümpeln und beobachten die Tiere. Vor allem eine Schwanenfamilie mit 5 flauschigen grauen Küken ist uns ans Herz gewachsen. Leider sehen wir keine Biber, vermutlich sind zu viele Boote und Badegäste auf dem Wasser. Nach fast 6 Stunden fühlen wir uns von der Sonne ausgelaugt und freuen uns auf unsere schattige Terrasse.

Diese idyllischen Häuser kann man mieten, denn das Kloster ist heute ein Hotel.

Blick vom Glockenturm auf die Klosteranlage.

Am Sonntag finden nicht alle Gläubigen in der Klosterkirche Platz.

Der Gottesdienst wird über Lautsprecher nach draußen übertragen.

In der Kolsterkirche von Wigry.

Campingplatz im Wigry-Nationalpark.

Unser Mietkajak auf dem Jezioro Wigry.

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