Von Gizycko (Lötzen) über Sztynort
 nach Swieta Lipka (Heiligelinde)
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Der Kanal durch Gizycko. Wir fahren mit dem Schiff weiter.

Die Drehbrücke wird durch Muskelkraft angetrieben.

In den Jez. ´Swiecajty.

reger Bootsverkehr in der idyllischen Durchfahrt.

Ein Paradies für Wassersportler.

Das, was vom Lehndorfschen Schloß Steinort übrig geblieben ist.

23.7.03
Gestern hatten wir uns vorgenommen, heute nicht zu radeln, sondern vom Hafen in Gizycko per Schiff eine Ausflugsfahrt nach Sztynort (Steinort) zu unternehmen. Nachdem der ohrenbetäubende Lärm aus der Campingplatzdisco erst im Morgengrauen verstummt war, beschliessen wir jedoch, den Versuch zu starten, mit Sack und Pack einschiffen zu können. Leider ist Sztynort keine Anlegestation, aber nach Wegorzewo werden wir samt der beladenen Räder mitgenommen.

Um vom Jez. Niegocin in den Jez. Kisajno zu gelangen, befahren wir den Kanal, an dem wir gestern die Drehbrücke bewundert hatten. Schön, so erleben wir diesen altertümlichen Mechanismus also noch einmal aus der Wasserperspektive. Die Grösse der masurischen Seen ist beeindruckend, jedoch fasziniert mich die Fahrt durch den schmalen Kanal nach Wegorzewo noch mehr. Die schilfbewachsenen Ufer sind zum Greifen nah und das Wasser ist kristallklar. Ein Geheimtip sind diese herrlichen Gewässer jedoch nicht mehr, selbst die grossen masurischen Seen sind voller Segel und in den Kanälen reihen sich die Boote zur Schlange aneinander.

Die 30 Kilometer nach Sztynort sind  schnell abgespult, so erreichen wir die Reste des Lehndorfschen Schlosses bereits um 15 Uhr. Es ist schon traurig, was 60 Jahre ohne Pflege aus dem ehemals prächtigen Schloss und dem über Ostpreussen hinaus bekannten Park gemacht haben. Selbst aus grösserer Entfernung wirkt die Anlage fast wie eine Ruine, im noch mit Ziegeln belegten Hauptdach fehlen die ersten Pfannen, grosse Teile sind mit Teerpappe vernagelt. Der ehemalige Park ist totaler Wildnis gewichen und es sieht nicht nach laufenden Erhaltungsmaßnahmen oder gar Renovierung aus.

Der angrenzende Jachthafen ist dagegen in feinstem Zustand. Die weitläufige Anlage ist top gepflegt, es gibt Bars und Grillbuden sowie einen Supermarkt. Die  Qualität des Sanitärgebäudes ist vorbildlich, da können auch so manche Campingplätze in Deutschland nicht mithalten. Besonders erfreut bin ich, dass man auf dem schönen Rasen sein Zelt aufschlagen darf. In den Jachthäfen anderer Länder wäre das unvorstellbar, hier ist es Alltag. Wir geniessen die untergehende Sonne auf einem Steg und freuen uns auf eine Nacht ohne Campingplatzdisco (Biwakplatz 15 Zloty, Duschen 8 Zloty)

Jahrhunderte alte Eiche bei Sztynort.

Blick auf den Jez. Dobskie.

In Sztynort Duzy

Reste herrlicher Holzbaukunst.

Gedenktafel für den mutigen Attentatsversuch auf Hitler in der Wolfsschanze.

Hinter meterdickem Beton verschanzte sich "der Führer" während seine Soldaten verrecken mussten.

24.7.
Wir verlassen Sztynort auf einer der berühmten Eichenalleen. Diese bis zu 400 Jahre alten Alleen wurden einst angelegt um die Strassen im Winter schneefrei und im Sommer schattig zu halten. Anschliessend erlaubt  die gewählte unbefestigte Strasse noch viele Blicke auf den grossen See mit einigen Inseln. In Radzieje bestaunen wir wieder die Infrastruktur. Hier ist das uralte Naturkieselpflaster noch vorhanden und die Seitenstrassen sind gar nicht befestigt. Ich denke an die Heimattouristen, und daran, was sie empfinden, wenn sie "ihren" Ort noch mit dem alten Pflaster vorfinden, im Ort Häuser, an denen niemals etwas getan wurde und Nebengebäude, deren Dächer langsam zusammenbrechen? Hier ist die Zeit stehen geblieben.

Nach knapp 20 Km erreichen wir die Wolfsschanze und unternehmen eine Besichtigung nationalsozialistischen Grössenwahns. Bis zu 5 Meter Beton wurden aufgeschüttet, um Hitler und seinen Stab zu schützen, während draussen die Menschen umkamen. Gruselig. In Ketrzyn, dem ehemaligen Rastenburg besuchen wir das Museum in der Burg, bevor wir zur letzten Station für heute aufbrechen: Swieta Lipka. Unser Zeitplan ist perfekt, die prächtige Wallfahrtskirche von 1687 präsentiert sich im goldenen Abendlicht. Der strahlend gelb und weiß gestrichene Kirchenkomplex steht in krassem Gegensatz, zu den üblichen Backsteinkirchen in Polen. Beim Anblick der barocken Pracht fühle ich mich fast nach Österreich versetzt. Es erstaunt mich nicht, dass der Architekt aus Tirol stammte. Wir machen einige Fotos und können aus der hintersten Reihe noch einen Teil des Gottesdienstes mit Orgelmusik verfolgen.

Nachdem wir den angegebenen Campingplatz nicht bald finden, frage ich im Ort nach einem Zimmer . Jedes Mal begleitet uns der Hausherr zum Nachbarn, weil seine Zimmer belegt sind. Beim dritten Versuch klappt es und wir bekommen ein hübsches sauberes Zimmer für 25 Zloty/p. Person. (+10 Zloty Frühstück)

Wolfsschanze

Rastenburg - heute Ketrzyn

Die ehemalige Ordensburg beherbergt heute ein Museum.

Barocke Verzierungssucht.

Das Wallfahrtskirche in Swieta Lipka im Abendlicht.

Eingang zum Kirchengelände.

Die Decken der Laubengänge sind prächtig bemalt.

Szenen aus dem alten Testament.

Der wunderschöne Laubengang führt ganz um die Kirche.

Deckendetail

Sie sind der

 

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