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Verkehr

In Polen herrscht starker Autoverkehr. Es scheint so, als hätte jeder Einwohner auch ein Automobil. Die grösste Gefahr geht von LKWs aus. Noch nirgendwo habe ich so kollektiv rücksichtslose Autofahrer getroffen wie in Polen. Wenn irgend möglich, sollten Radfahrer die rot gezeichneten Hauptverbindungsstrassen meiden. Strassen der kleinsten Kategorie waren im Nordosten allerdings wegen schlechtestem Pflaster für bepackte Reiseräder nicht fahrbar.

Straßenverhältnisse

Die Straßen sind in gutem Zustand, oft aber für den dort herrschenden Schwerlastverkehr oft viel zu schmal. Lkw-Fahrer weichen Radfahrern nicht aus, ein Rückspiegel kann Leben retten!
Alle in aktuellen Karten rot oder gelb gezeichneten Straßen sind problemlos mit dem Rad zu befahren. Achtung: Wege und Verbindungen, die als landwirtschaftliche Wege oder Wege ohne Belag eingezeichnet sind, haben wirklich keinen Belag! Ich habe mehrmals versucht diese Wege als Ausweichmöglichkeit oder Abkürzung zu fahren, das war mit beladenem Reiserad nicht möglich. Strassen mit Natursteinpflaster bescherten uns kilometerlange Schiebepassagen.

Unterkunft - Hotel

Masuren ist nicht auf Massentourismus eingestellt. In bekannten touristisch interessanten Orten gibt es immer Hotels oder Pensionen. Einfache Unterkünfte heissen “Dom ....” An den Gewässern Masurens gibt es überall Campingplätze oder Biwakplätze. Solche Plätze gab es vor Ort mehr als in Karten eingezeichnet waren. Achtung: An der nördlichen Grenze zu Russland gibt es keine Campingmöglichkeiten und Hotels wirklich nur in den grossen Städten.

Camping

Von den Campingplätzen war ich entgegen den Erlebnissen in Zentralpolen nicht so begeistert.. Zwar gab immer heisses Wasser zum Duschen aber Sauberkeit und Einrichtungen waren in Masuren oft schlechter als in den Orten der Polentour im Jahr zuvor. Empfehlenswert waren Stare Juchy und Mikolajki, grausam dagegen Olsztyn und Wigry. Dazwischen war alles vertreten. Waschräume sind für Männer und Frauen streng getrennt. Die Duschen haben oft keine Türen, sondern sind durch Vorhänge voneinander getrennt. Die Preise stehen am Ende der Etappenberichte. !

Essen und Trinken

Im August 2002 gab es für 1 Euro ca. 4 Zloty.
Mit Ausnahme von Danzig konnte man gut und günstig essen. Klar, dass in kleinen Orten nur ein eingeschränktes Angebot an Gastronomie zur Verfügung steht, dafür ist es dann noch einen Tick günstiger. Die Versorgung in Masuren war schlechter als in Zentralpolen, nur in wirklich grösseren Orten gibt es Restaurants. Wenn man mit Pommes und Süssigkeiten nicht auskommt sollte man jede Einkaufsmöglichkeit in kleinen Läden nutzen und nicht auf ein Restaurant am Campingplatz vertrauen.
An der Strecke entlang der russischen Grenze gab es in den kleinen Tante-Emma-Läden nicht einmal kalte Getränke.

Sicherheit

Auch wenn mit einer Reise nach Polen Vorurteile bezüglich der Sicherheit verbunden sind, hatte ich nie ein ungutes Gefühl. Nie fühlte ich mich beobachtet, es gab auch keine unangenehme Situation. Da ich die Hauptverbindungsstraßen gemieden habe, kann ich dazu nichts sagen. Mit Ausnahme von Danzig waren wenig ausländische Touristen unterwegs. In Frankreich habe ich mich oft mehr um meine Habe gesorgt. Als Radfahrer ist man wohl auch nicht unbedingt das klassische Opfer; was soll in den Taschen schon Lohnendes drin sein? Auf den Dörfern wäre ich mir komisch vorgekommen, hätte ich vor dem Lebensmittellädchen mein Rad abgeschlossen.
Meine Sicherheitsvorkehrungen waren: In Städten habe ich mein Rad im Hotel oder an der Campingplatzrezeption eingeschlossen. Bargeld hatte ich im Geldgürtel und nach Einbruch der Dunkelheit bin ich nicht mehr in den Nebenstraßen herumgelaufen. Im Zelt oder Zimmer liess ich nie etwas Wertvolles zurück - dies gilt aber für jedes Reiseziel, einschliesslich Deutschland!
Die grösste Gefahr ging vom Strassenverkehr aus.

Frau allein

Alleinreisenden Frauen kann ich Polen als Reiseziel nur empfehlen. Da im Sozialismus bei den Frauen nahezu Vollbeschäftigung herrschte, sind die Frauen dort sehr selbständig und akzeptiert. Frauen hatten ihren Platz in Wirtschaft und Politik selbstverständlicher als bei uns. Blöde Anmache habe ich auf der ganzen Tour nur 2 Mal nahe der russischen Grenze mit Betrunkenen erlebt. Es war auch ganz normal, dass eine Frau ohne Begleitung unterwegs ist, zu diesem Thema wurden ich nicht mit den üblichen Fragen genervt. In Polen kann Frau sich viel ungestörter bewegen als zum Beispiel in südeuropäischen Ländern.

Bewegungsfreiheit

Besonders angenehm aufgefallen ist mir, dass noch nicht alles reglementiert ist. So durfte in Museen fotografiert werden und auch in Kirchen konnte ich mich ungestört mit der Kamera bewegen.

Sie sind der

 

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