Von Stary Folwark nach 
Gizycko (Lötzen)
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Suwalki liegt nahe der litauischen Grenze.

Die Stadt Suwalki war nie wirklich deutsch.

Überraschung am Wegesrand. Diese schöne Kirche ist nicht im Reiseführer verzeichnet.

Spätsommer

Sulejki oder Swietajno am selben See.

Typische Verpflegungsstation.

21.7.
Wir verlassen den Wigry-Nationalpark (Wigierski Park Narodowy) und unsere freundlichen Gastgeber. Noch eine Runde durch die ostpolnische Stadt Suwalki, die nie von Deutschen besiedelt war, dann starten wir durch in Richtung Olecko(Treuburg) .Bei der Wahl der Strecke bieten sich kaum Möglichkeiten jenseits der Hauptstrecke. Die Hoffnung, hier am letzten Ende von Polen wenig Lkw-Verkehr zu haben, zerstreuen sich schnell. Wir werden von zahlreichen leeren litauischen Autotransportern überholt.

Gestern fanden wir im Reiseführer einen Hinweis auf ein gutes Restaurant in Olecko. Dort soll es traditionelle polnische Küche sowie gebackenen Zander geben. Wir freuen uns den ganzen Tag auf die erste warme Mahlzeit seit Mikolajki. Pommes und Pizza gibt es zwar an vielen Buden, doch das ist für mich kein Essen. In Olecko finden wir an der angegebenen Adresse kein Restaurant. Ich laufe die ganze Strasse noch mal zu Fuss ab, ohne Ergebnis. Im Stadtzentrum finden wir nur Getränkebüdchen und sind auch sonst von der tristen Stadt enttäuscht. Laut Reiseführer soll hier einst einer der grössten Marktplätze Deutschlands gewesen sein, davon ist nichts zu sehen. Es gibt rund um den Platz auch keine schönen alten Häuser, sondern fast nur Nachkriegsbauten. Wo der Marktplatz wohl war ist jetzt ein kleiner Park und eine scheusslich moderne Kirche. Hier im Osten erinnerte noch keine grössere Stadt an die schönen Städte, die ich vergangenes Jahr in Zentralpolen sah.

Als wir mit der Karte in der Hand die richtige Strasse ortsauswärts suchen, torkelt ein Betrunkener auf uns zu,  fuchtelt auf unserer Karte rum, zeigt auf verschiedene Stellen und ruft immer "Augustowo, Augustowo". Dann zeigt er auf die Strasse und zeigt abwechselnd in alle Himmelsrichtungen. Vermutlich ist er so fertig, dass er gar nicht mehr weiss, wie eine Landkarte aussieht. Wir entkommen seinem Gefuchtel in irgendeine Richtung. Kurz darauf torkelt schon der nächste vor unsere Räder; irgendwie mögen wir Olecko nicht und wollen nur noch raus.

Bald zweigt eine schöne kleine Strasse ab und wir durchfahren eine herrliche Landschaft mit sanften Hügeln und Wildblumen gesäumte Wege. In einigen Dörfern scheint die Zeit vor mindestens 50 Jahren stehen geblieben zu sein. Romantisch anzuschauen, aber in den oft verfallenen Häusern wollte ich um nichts in der Welt leben müssen; sogar Häuschen mit Herz im Garten scheinen hier noch benutzt zu werden. Aus einem Kilometer unbefestigter Strasse auf der Karte werden gut 8 Kilometer in der Realität. Die Strecke ist so schlecht, dass wir sie mit den bepackten Reiserädern nur schiebend bewältigen können. Es gibt lose Sandpassagen, groben Schotter und über weite Strecken Pflaster aus Natursteinen. Selbst meinem MTB zu Hause würde ich das nicht zumuten. Wir verlieren mindestens 2 Stunden und kommen nach 81 Kilometern spät gegen 19 Uhr in Stare Juchy (Alt Fließdorf) an. Aus dem geplanten Bad im schön gelegenen See wird nichts mehr, wir schaffen es gerade noch etwas zu Essen zu bekommen, wenig später verabschiedet sich das Küchenpersonal.
(Camping Wigry, 34 Zloty, pieksauber, kein Jugendcamp, gutes Frühstück.
Abendessen im Ort: Hühnerschnitzel mit Salat 12 Zloty)



Mit bepackten Reiserädern nur schiebend zu überwinden.

Auf dem Land weit im Nordosten.

Unterwegs, Blick über einen Zaun.

Verfall an jeder Ecke, den Storch stört es nicht.

Grabkreuze am Wegesrand.

Auch dieses Haus ist noch bewohnt.

Hier ist die Zeit vor 50 Jahren stehen geblieben.

Supermarkt im Nordosten.



22.7.
Zunächst machen wir mit den bepackten Rädern einen Spaziergang zu einem riesigen Findling, dessen Umfang 11,5 Meter beträgt und der zu heidnischen Zeiten als Opferaltar gedient haben soll. Aus der geplanten

Kreuze mit deutscher Inschrift findet man oft.

Vorkriegsgebäude, verlassen und verfallen.

So baute man neu.

Super Campingplatz in Stare Juchy. Eine Anlage vom Feinsten!

Findling mit einem Umfang von 11,50 Metern

Fotosession wird leider nichts, denn ein blutrünstiger Mückenschwarm füllt über uns her. Wir machen jede fix ein Bild, dann verlassen wir fluchtartig das kleine Wäldchen. Nach einer guten Stunde sind wir zurück in Stare Juchy und brechen zum heutigen Etappenziel Gizycko (Lötzen) auf. Die Schnellstrasse bleibt uns erspart, wir rollen durch Wälder und alte Höfe auf kleinen Wegen durchs Land. Viele Höfe haben sicher eine herrliche Pracht gehabt, heute stürzen an Scheunen und Nebengebäuden die Dächer ein. Die Wohngebäude werden aufs Nötigste gepflegt und ausgebessert, der Rest verfällt immer mehr.

Es ist heute schwül heiss und wir beenden die Tour nach nur 40 Kilometern auf dem Campingplatz "Zamek" in Gizycko. Endlich finden wir ein richtiges Restaurant und bestellen uns ein leckeres Mittagessen. (2 gute Mahlzeiten, 2 Cappuccino, 2 Cola = 54 Zloty). Den Nachmittag verbringen wir wie richtige Touristen zur Abwechslung mal mit Sonnenbaden am Ufer des Jez. Kisajno. Später besuchen wir die Festung Boyen. Viel ist nicht davon erhalten, Fotos lohnen das Filmmaterial nicht. Die Festung hatte im ersten Weltkrieg große Bedeutung, die Reste sind eher nichtssagend. Wir machen noch eine kleine Erkundungstour und beschliessen morgen zu bleiben. Es gibt einen Bootsanleger mit verschiedenen Zielen, darunter auch Schloss Steinort welches wir unbedingt anschauen wollen. Damit würden wir einen riesigen Umweg einsparen. Zum Abendessen gibt es leckeren Mohnkuchen und frische Blaubeeren. Unser Platz liegt herrlich unter hohen Bäumen direkt an einem Kanal. Leider dröhnt auf dem Campingplatz mal wieder lautstarke Musik bis weit in die Nacht, was uns am Einschlafen hindert.
(Camping Zamek, Platz 13 Zloty, keine Personengebühr, Dusche 6 Zloty, WC 1 Zloty, Sanitärfrau, supersauber)

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